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Von der Kraft des Hörens zur Kraft des Handels

Biographiearbeit und Dialogräume mit geflüchteten Frauen in Berlin

“Von der Kraft des Hörens, zur Kraft des Handelns” Durch die Elternarbeit mit den Willkommensklassen im Projekt „Brücken bauen“ in Berlin-Moabit wurden wir auf die isolierte Position vieler geflüchteten Frauen aufmerksam. Daraus entstand Anfang 2016 der Impuls, einen Prozess der gezielten Begleitung von geflüchteten Frauen anzustoßen. In verschiedenen Wohnheimen bot ein Team der PFG (mit einer muttersprachlichen Mitarbeiterin und teilweise mit der Unterstützung externer Übersetzerinnen) Gesprächsrunden für geflüchtete Frauen an. Von vielen Frauen wurden diese Gesprächsrunden als geschützter Raum wahrgenommen. Sie drückten aus, dass sie in der vollkommen neuen und oft sehr unsicheren Situation, in der sie sich in Deutschland befinden, meist kaum Raum hätten, um – jenseits von Bürokratie und offiziellen Anhörungen – über ihre jeweils eigenen Erfahrungen vor, während und nach der Flucht zu berichten und sich mit der neuen Situation im Austausch mit Anderen auseinanderzusetzen. Es ist eine der Grundüberzeugungen unserer Arbeit, dass Erzählen und Zuhören eine stärkende Kraft haben können. Ebenso, dass es für gemeinsam geschaffene Veränderungsprozesse notwendig ist, Beziehungen einzugehen und dass hierfür zunächst eine Vertrauensbasis geschaffen werden muss. Deshalb war das Angebot an die Frauen zunächst, uns in Gesprächsrunden kennenzulernen, wobei selbstverständlich jede selbst bestimmen sollte, wie viel sie von sich teilen möchte und welche Anliegen sie in die Gruppe tragen möchte. Viele der beteiligten Frauen haben traumatisierende Erfahrungen gemacht, sie erhalten jedoch bislang keine therapeutische Begleitung und drückten das große Bedürfnis aus, ihre Geschichte zu erzählen. Es wurde daher in Einzelgesprächen und in Gruppen (je nach Wunsch der Frauen) der Raum für biographische Gespräche geschaffen. Daraus sind so genannte Dialogrunden entstanden, die seitdem regelmäßig stattfinden. Ausgehend von den Bedürfnissen der jeweiligen Frauen wird dann nach Wegen gesucht, um sie dabei zu unterstützen, bestehende Schwierigkeiten zu bewältigen. Projektlaufzeit: 1. April 2016 – 31. Dezember 2017 

Kontakt:

Ilse Schimpf-Herken: ilse.schimpf-herken(a)web.de