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10. März 2021 – 18:00 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch

Begegnung verändert Gesellschaft. Ansätze einer von Paulo Freire inspirierten Bildungspraxis

Wir laden ein zum Gespräch mit Autor*innen und Herausgeberinnen aus Kolumbien und Deutschland über emanzipatorische Bildungsarbeit, dekoloniale und machtkritische Perspektiven und künstlerisch-pädagogische Ansätze

Anlässlich des Erscheinens unseres Buches „Begegnung verändert Gesellschaft. Ansätze einer von Paulo Freire inspirierten Bildungspraxis“ möchten wir herzlich zu einem Gespräch mit Autor*innen und Herausgeber*innen einladen. Das Buch ist als partizipatives Publikationsprojekt aus einem langjährigen Austausch zwischen Lateinamerika und Deutschland entstanden. Alle Autor*innen kommen aus der Bildungspraxis und nutzen den Dialog, die kritische Reflexion und das miteinander Lernen für gesellschaftliche Veränderung. In dieser Runde hören wir von Erfahrungen aus der dekolonialen Bildungsarbeit in Kolumbien, von Möglichkeiten, Männlichkeit und Gendervorstellungen mit künstlerisch-pädagogischen Mitteln zu reflektieren und werfen einen Blick auf den partizipativen Entstehungsprozess des Buches.

Die Autor*innen werden außerdem Ausschnitte aus ihren Texten lesen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch. Bringt gern eure Fragen und Erfahrungen aus der kritischen Bildungsarbeit und eure Perspektiven auf ein Zusammenleben in Vielfalt mit. Wir freuen uns auf einen Dialog mit euch!

Mitwirkende:

Till Baumann (Autor, Berlin) arbeitet als Theatermacher, unter anderem zum Thema kritische Männlichkeiten, sowie als Coach und Trainer in der kreativen Konfliktbearbeitung.

Marcia Alexandra Santacruz Palacios (Autorin, Cali), Psychologin, Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin, beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung dekolonialer und intersektionaler Ansätze in der Pädagogik mit dem Schwerpunkt afrokolumbianische Perspektiven.

Annette Nana Heidhues (Herausgeberin und Autorin, Berlin), Sozialwissenschaftlerin, Journalistin und Trainerin mit den Schwerpunkten Gender, Intersektionalität, kritische Friedens- und Erinnerungsarbeit.

Mariana Schmidt Quintero (Herausgeberin, Bogotá) begleitet als Psychologin und Publizistin biografische Schreibprozesse mit verschiedenen Gruppen, insbesondere im Bereich der Pädagogik und in der Aufarbeitung politischer Gewalterfahrungen.

 

Moderation: Rosa Hoppe, Paulo Freire Gesellschaft.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 9. März 2021 an: mail@paulofreireberlin.org.

Der Zugangslink wird nach Anmeldung zugeschickt.

 

Über das Buch:

Bildung kann soziale Spaltungen vertiefen, sie kann aber auch ein Ort für Begegnung, kritische Auseinandersetzung und demokratisches Lernen sein. Paulo Freire stellte in seiner Pädagogik die Erfahrungen und das Wissen der Lernenden in den Mittelpunkt. Er verknüpfte Lernprozesse mit der Analyse und Reflexion herrschender Macht- und Gewaltverhältnisse und hinterfragte den westlich-europäischen Bildungsbegriff grundlegend. Heute bietet uns sein Denken wichtige Anknüpfungspunkte, um Bildung auf der Grundlage von Respekt und einem gleichberechtigten Miteinander neu zu gestalten.

Dieser Sammelband, der aus einem langjährigen Austausch zwischen Lateinamerika und Deutschland entstanden ist, trägt Ansätze und Erfahrungen einer von Freire inspirierten Bildungspraxis zusammen. Die Beitragenden sind Lehrer*innen, Hochschuldozent*innen oder Bildungsforscher*innen, Psycholog*innen, Menschenrechts- und Community-Aktivist*innen. Sie arbeiten in Schulen und Universitäten, in Stadtteilprojekten, in einem Frauengefängnis, in Kooperativen, Gesundheitszentren und Gedenkstätten. Sie sind in kleinbäuerlichen, indigenen und Afro-Organisationen aktiv, engagieren sich in der queer-feministischen Bewegung, in Räumen migrantischer Selbstorganisation, in der psychosozialen Begleitung, der Antidiskriminierungsarbeit und in Empowerment-Prozessen verschiedener Art. In ihren Beiträgen erzählen sie davon, wie die Beschäftigung mit Paulo Freire ihre Arbeit prägt und ihren Blick auf die Gesellschaft und das eigene Leben verändert hat.

Das Buch zeigt lebendige, sich verändernde Prozesse. Es erforscht das emanzipatorische Potenzial einer Freire-inspirierten Bildung, zeigt deren kreative Anwendung und Weiterentwicklung und wirft neue Fragen auf. Es zeichnet persönliche Lern- und Lebenswege nach und berichtet von Hoffnungen und Visionen, die aus der gelebten Praxis entstehen. Nicht zuletzt erzählt es von Vertrauen und Solidarität als Grundlage für gleichberechtigtes Lernen. Vom Mut, eigene Ängste zu überwinden und bestehende Strukturen – in uns selbst und um uns herum – zu hinterfragen. Und von der Kraft, die entsteht, wenn wir gemeinsam mit anderen auf Veränderungen hinwirken.

Begegnung verändert Gesellschaft. Ansätze einer von Paulo Freire inspirierten Bildungspraxis. Herausgegeben von Annette Nana Heidhues, Ilse Schimpf-Herken und Mariana Schmidt Quintero. Stuttgart: ibidem Verlag/Paulo Freire Gesellschaft.

Erschienen: Februar 2021.

Zur Verlagsankündigung

 

Die Buchpublikation wurde von folgenden Organisationen unterstützt:

Brot für die Welt, Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin (LEZ), Max Traeger Stiftung/Bildungs- und Förderungswerk der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft im DGB e.V, Stiftung Umverteilen, Internationaler Treffpunkt Berlin e.V.