Schule im Kontext der Migrationsgesellschaft
Nachhaltige Schulentwicklung erfordert die Reflexion gesellschaftlicher Zusammenhänge: Was prägt das Umfeld der Schule – etwa durch Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte? Welche Vergangenheit wirkt nach? Welche Zukunftsvisionen haben die Beteiligten?
Schule und Machtmechanismen
Wie Paulo Freire verstehen wir Schule als Ort, an dem dominante Machtstrukturen – etwa koloniales Denken, Rassismus und andere Formen von Ausschluss und Privilegierung – wirksam weitergegeben werden. Lehrer*innen können dies unreflektiert multiplizieren – oder sich, auf Augenhöhe mit den Schüler*innen, selbst als Lernende begreifen.
Schule als Ort der Veränderung
Zugleich ist Schule ein Ort gesellschaftlicher Veränderung. Freire beschreibt Pädagogik als politisch und den „Lehrer als Künstler und Politiker“. In unseren Workshops und Weiterbildnungen stärken wir Lehrer_innen in dieser Rolle: Es geht nicht um Wissensvermittlung, sondern um kritische Annäherung an die Wirklichkeit im Austausch mit dem ‚Anderen‘ („Der Andere ist mein ethischer Meister“, Levinas).
Akteur*innen und Prozess
Nachhaltige Schulentwicklung bindet alle Akteur*innen ein: Schüler*innen, Lehrer*innen, Leitung und Verwaltung, Eltern – ebenso Nachbarschaft, lokale Wirtschaft und Bezirksamt. Wir bringen deren Perspektiven und Potenziale ins Gespräch und schaffen Raum für individuelle Bedürfnisse und Talente, damit Beziehungen entstehen, mit denen Veränderungen möglich werden.
Prinzipien und Methoden
Wir folgen Prinzipien der Inklusion, demokratischen und machtkritischen Bildung und der dialogischen Praxis Freires. Methodisch nutzen wir u. a. Biographiearbeit, Forumtheater und Lernen in unterschiedlichen Kontexten. Besonders fruchtbar ist der internationale Austausch: Wenn Lehrer*innen, Lehramtsdozent*innen und Bildungsverwaltungen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, eröffnen Perspektivwechsel neue Einsichten und nachhaltige Vernetzungen.
Mögliche Bereiche von Schulentwicklung
